Ein erster Vorgeschmack auf die Masterclasses – Nachgefragt bei Christa Müller und Tanja Herrmann
Am 20. Mai 2026 versammelt sich die Spitzenklasse des Onlinehandels und der Retail-Branche erneut in der StageOne in Zürich-Oerlikon zur fünften Ausgabe der SCORE!. Wie bereits in den vergangenen Jahren laden Post und PostFinance zu exklusiven Masterclasses ein. In unserer Interviewreihe geben wir spannende Einblicke in das Programm, das euch erwartet.
Die kommende Veranstaltung bietet den Teilnehmenden ein abwechslungsreiches und hochkarätiges Programm. Zu den Speakern zählen unter anderen Christa Müller, Leiterin digitales Marketing und Performance bei der Betty Bossi AG, und Tanja Herrmann, CEO bei der Social-Media- und Influencer-Marketing-Agentur House of Influence.
In ihrer Session «Influencer*innen für deinen Onlineshop? Do’s & Don’ts entlang der Betty Bossi Case Study» zeigen Christa und Tanja, wie Influencer Marketing vom Reichweitenkanal zum strategischen Performance-Hebel entlang der gesamten Customer Journey wird und wie sich Influencer Content gezielt für Storytelling, Traffic und Conversions einsetzen lässt.
Im Vorfeld haben wir mit ihnen gesprochen, um euch exklusive Einblicke in ihre Masterclass zu geben und zu erfahren, worauf sie sich bei der SCORE! am meisten freuen.
Influencer Marketing wird oft noch isoliert eingesetzt. Was heisst es für dich ganz konkret, Influencer Marketing strategisch in eine Performance-Architektur zu integrieren?
Tanja: In erster Linie bedeutet es, sich davon zu lösen, mit Influencerinnen und Influencern «nur» aufgrund ihrer organischen Reichweite arbeiten zu wollen. Vielmehr geht es darum, sie als Content-Lieferanten zu sehen, die die Sprache der Zielgruppe und der jeweiligen Social-Media-Plattform perfekt beherrschen. Wenn ich diesen Content nun aus dem «organischen Gärtchen» rein in eine Performance-Kampagne setze, habe ich plötzlich ganz andere Hebel.
Was war bei Betty Bossi der ausschlaggebende Moment, Influencer Marketing nicht mehr nur als Reichweitenkanal, sondern entlang der gesamten Customer Journey zu denken?
Christa: Der Ausgangspunkt war bei uns die Frage: Was bringt uns Influencer Marketing wirklich? Viele sprechen von neuen Touchpoints, Zielgruppen und Authentizität, aber wir wollten wissen wie sich das messen lässt. Reicht Reichweite aus, und was passiert danach?
Deshalb haben wir den ersten Test gemacht mit dem Ziel, möglichst viel Traffic auf unseren Landingpages zu generieren. Darauf aufbauend folgten weitere Tests.
Wie geht ihr beim Aufbau einer Funnel-Logik vor, und warum sind Testläufe im Influencer Marketing aus Agentursicht unverzichtbar?
Tanja: Social Media ist extrem schnelllebig. Algorithmen verändern sich und was vor einem halben Jahr noch wunderbar funktioniert hat, will nun nicht so recht. Deshalb ist es immer wichtig regelmässig zu testen – egal ob mit oder ohne Influencerinnen und Influencer auf Social Media.
Bezüglich Funnel müssen wir immer erst die Frage beantworten, ob die Zielgruppe das Angebot bereits kennt und wir die Influencer so briefen können, dass sie direkt in die «Conversion» reingehen, oder ob wir erst einen Schritt zurück machen müssen und in einer ersten Welle von den Influencern Content erstellen lassen, der das Angebot erklärt. In diesen Fällen arbeiten wir mit mehreren Wellen: Zuerst liegt der Fokus auf dem Storytelling, bei dem wir das Angebot platzieren und Vertrauen aufbauen. In der zweiten Welle zielen wir dann ganz klar auf die Conversion ab.
Welche Learnings aus diesen Tests waren entscheidend dafür, Influencer Content später auch im Lower Funnel einzusetzen?
Christa: Ein zentrales Learning war, dass Influencer Ads zwar weniger Unique User erreicht haben als klassische Paid Ads, dafür aber deutlich höhere Klickraten erzielten. Das hat gezeigt, dass der Content für die Zielgruppe sehr relevant und interessant war.
Gleichzeitig haben wir gesehen, dass die Influencer-Kampagne trotz Fokus auf Traffic bereits einen relevanten Umsatzanteil generiert hat. Das hat uns signalisiert, dass das Potenzial nicht nur im Awareness- oder Mid-Funnel liegt.
Woran erkennt ihr Creatives, die sowohl authentisch wirken als auch im Performance-Kontext funktionieren?
Tanja: Damit Creatives funktionieren, brauchen sie einen starken Hook. Das ist bei Influencerinnen und Influencern nicht anders als bei klassischen Ads. Wir sehen aber, dass in der Tendenz Ads, bei denen die Influencer klar erkennbar sind – und nicht wie im Fall von Rezeptvideos beispielsweise nur die Hände gezeigt werden – oft besser funktionieren.
Der andere Punkt, in dem sich Influencer-Inhalte stark von klassischen Ads unterscheiden, ist die durchschnittliche Wiedergabedauer. Diese ist für uns auch der stärkste Indikator in Sachen Relevanz. Ein Reel, das über eine Minute lang ist, hat im Durchschnitt (!) eine organische Wiedergabedauer von 18 Sekunden. Das gibt Brands so viel mehr Zeit, ihre Botschaft zu platzieren, gerade wenn diese etwas komplexer ist, als in den klassischen ein bis zwei Sekunden, die sie sonst bei Ads haben.In der Kombination braucht es somit einen starken Hook, der die Kernbotschaft bereits kreativ aufnimmt, und dann ein starkes Storytelling, damit die Zielgruppe freiwillig dranbleibt. Wenn ein Creative beides erfüllt, funktioniert es auf unterschiedliche Ziele eingebucht am besten.
Welche messbaren Effekte haben euch intern überzeugt, Influencer Marketing als strategischen Performance-Hebel weiter auszubauen?
Christa: Entscheidend waren für uns vor allem die messbaren Performance-KPIs.
Diese klar messbaren Ergebnisse haben intern gezeigt, dass Influencer Marketing nicht nur ein Branding- oder Reichweiteninstrument ist, sondern auch ein relevanter Performance-Hebel entlang der Customer Journey sein kann.
Nun noch zwei Fragen zur SCORE! − wie habt ihr die Konferenz bis anhin wahrgenommen?
Tanja: Als superspannende Plattform, bei der ich ein umfassendes Update zum Onlinehandel in der Schweiz erhalten habe. Aus Vorträgen und vielen persönlichen Gesprächen konnte ich mir jedes Jahr wieder ein gutes Bild davon machen, was die Branche umtreibt und welche Trends auf uns zukommen.
Christa: Ich nehme die SCORE! als sehr relevanten Branchentreff für Retail und E-Commerce in der Schweiz wahr. Besonders spannend finde ich den starken Praxisbezug mit vielen konkreten Cases und Erfahrungen aus Unternehmen. Gleichzeitig bietet die Konferenz eine gute Plattform für Austausch und Vernetzung innerhalb der Branche.
Auf was freut ihr euch am meisten am 20. Mai 2026?
Tanja: Die verschiedenen Gesichter aus der Branche wiederzusehen und neuste Branchenzahlen mitnehmen zu können.
Christa: Ich freue mich besonders auf den Austausch mit anderen Branchenvertreterinnen und -vertretern, auf neue Inspirationen und natürlich auf spannende Cases aus der Praxis. Gerade der Einblick, wie andere Unternehmen aktuelle Herausforderungen im Retail und E-Commerce angehen, ist immer sehr wertvoll.
Du bist an der SCORE! am 20. Mai 2026 dabei? Schnell sein lohnt sich: Denn die Plätze in den Masterclass-Sessions sind begrenzt. Es gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Sichere dir jetzt eines der begehrten Tickets.
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Als exklusive Eventpartner unterstützen die Post und PostFinance die SCORE!, wofür wir uns herzlich bedanken. Ein grosser Dank geht auch an unsere Premium Sponsor CembraPay.
Der Autor
Yannick Küffer, Digital Commerce Consultant, Post CH AG

In dieser Funktion unterstützt er Händlerkunden in der Weiterentwicklung ihres digitalen Reifegrads. Dabei liefert er strategische Beratung hinsichtlich der Digitalisierung bis hin zur Lösungskonzeption.









